INA WEBER

Trümmerbahnen – ein Minigolfparcours

5.5.2017 – 27.10.2017

Bespielbare Installation

Im Jahr 2004, und damit 50 Jahre nach der Erbauung des ersten genormten Minigolfplatzes am Lago Maggiore, reklamierte die Künstlerin Ina Weber für sich die Spielbahnfläche als Sockel und schuf mit insgesamt zwölf individuellen Skulpturen den weltweit ersten Minigolfparcours der Kunst, den sie "Trümmerbahnen" nannte.

Durch die Idee Webers, über den Kunstgenuss hinaus als Zusatzfunktion die Bespielbarkeit anzubieten, sind den "Trümmerbahnen" eine bis heute ungebrochene Beliebtheit sicher. Nach so illustren Stationen wie der Bundeskunsthalle Bonn, der Galerie Georg Kargl Fine Arts in Wien oder dem Gräflichen Park in Bad Driburg macht der Parcours auf seiner Tour heuer zum zweiten Mal in Österreich Station, im KUNSTHAUS : KOLLITSCH in Klagenfurt am Wörthersee. 

Das Thema des Parcours, "Trümmerbahnen", ergab sich durch den ersten Aufstellungsort, Braunschweig in Niedersachsen, eine Stadt, die - ehemals blühend - besonders schwer unter der Kriegs- und Nachkriegszeit gelitten hatte. Webers Denkansatz liegen unter anderem die derzeitigen Bestrebungen zugrunde,

durch Krieg zerstörte Bauten als Pseudo-Original wiederaufzubauen und damit, so Weber selbst, den Geschichtsprozess wegzureparieren und einen fiktiven Urzustand zu rekonstruieren. Sie gab, mit einem Schmunzeln, Braunschweig ein paar Trümmer zurück, indem sie zum Teil mit den von ihr geschaffenen Skulpturen auf Braunschweiger Bauten Bezug nimmt, jedoch nicht ausschließlich, wie auch die einzelnen Hindernisse kein Abbild des Realen sein wollen, sondern vielmehr die Darstellung einer Idee, die Architektur verkörpern kann. 

Diesen Überlegungen liegt auch der Wunsch der Sammler Sigrun und Günther Kollitsch zugrunde, die die mittlerweile als Professorin der Universität der Künste Berlin lehrende Weber um eine dreizehnte Bahn mit Klagenfurter Bezug baten. Das Resultat dieses fruchtbaren Zusammenwirkens kann in der diesjährigen Aufstellung als Bahn 3 jederzeit im KUNSTHAUS : KOLLITSCH besichtigt werden.

— Frank Falderbaum

Der Spielbetrieb ist wochentags zwischen 10.00 und 16.30 Uhr möglich. Das Equipment ist am Empfang erhältlich.

INA WEBER

Ina Weber
Foto: Jose van Sesos

Ina Weber

Ina Weber wurde 1964 in Diez an der Lahn in Deutschland geboren. Ihr Studium absolvierte sie von 1989 bis 1994 an der Kunsthochschule Kassel bei Friedrich Salzmann, Harry Kramer und Martin Kippenberger. Seit 2016 ist Ina Weber Professorin für Bildhauerei an der Universität der Künste Berlin. Sie verzeichnet zahlreiche nationale und internationale Einzelausstellungen, u. a. im Museum am Ostwall (Dortmund, 2015), im Haus am Waldsee (Berlin, 2013) und in der Kunsthalle Nürnberg (2007) sowie Ausstellungsbeteiligungen u. a. in der Bundeskunsthalle (Bonn, 2015), im Arp Museum Bahnhof Rolandseck (Remagen, 2016), Museum Abteiberg (Mönchengladbach, 2013), im Zendai Museum of Modern Art (Shanghai, 2010) und im ZKM | Museum für Neue Kunst (Karlsruhe, 2006, 2008, 2009). Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.