Das Kunsthaus

SCHAU....4

29. September 2017 bis 6. Juli 2018

 

Nach dem großen Erfolg des Minigolfparcours „Trümmerbahnen“ von Ina Weber bei Publikum und Medien im vergangenen Sommer wird die, von Günther und Sigrun Kollitsch in Auftrag gegebene „Bahn 13“ mit Kärntner Bezug der ständigen Sammlung einverleibt. Aber auch sonst hat sich das Kunst-Karussell im KUNSTHAUS : KOLLITSCH wieder eifrig gedreht, und mit SCHAU….4 können heuer zahlreiche neue Positionen zeitgenössischer Kunst gezeigt werden, die in die bestehende Sammlung integriert wurden. Wir freuen uns sehr, erstmals Werke von Caroline Wells Chandler zeigen zu können, der, sehr beachtet in der internationalen Kunstwelt, hinter einer äußerst liebevollen Ausführung das aktuell stark diskutierte Thema „Transgender“ sowohl humorvoll wie auch tiefgründig aufnimmt und der über seine eigene Biographie hinaus entstehende Verletzungen mit Charme die Spitze zu nehmen scheint. Wobei gleichzeitig jedoch jede gestrickte Narbe als ein Fanal zu Gleichberechtigung und Menschlichkeit zu sehen ist.  Neu im Kunsthaus ist auch Cédric Eisenring. Der junge Schweizer verwendet in seinem Werk verschiedene Drucktechniken, setzt die Ergebnisse jedoch mit scheinbar fremden Materialien so in Verbindung, dass dem Begriff Collage eine weitere Dimension hinzugefügt werden könnte. Cédric Eisenring erhielt – nach viel beachteten Ausstellungen in der Schweiz, London und Köln – 2017 einen der ältesten und renommiertesten Kunstpreise der Schweiz, den Swiss Art Award. Der nur alle zwei Jahre vergebene Aargau Manor Art Award ist ihm für 2018 zugesprochen und mit einer Einzelausstellung im Kunsthaus Aargau verbunden. Der Erwerb einer atelierfrischen großen Arbeit von Ulu Braun führt das Thema “Collage“ eindrucksvoll fort und wird, wie immer, von großzügigen Leihgaben begleitet, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven begreiflich machen und die das Werk Ulu Brauns, dessen Videoarbeit „Cadavres Exquis Vivants – Schwarzenegger“ sich bereits in der Sammlung befindet, umfassend präsentieren. Ungemein freuen wir uns über die erste Präsentation von Teilen des filmischen Werkes von Ulu Braun im vergangenen Herbst im Pariser Centre Pompidou. Er gewann außerdem den Preis „Bester Film – Deutsche Sektion“ für seinen Beitrag „Die Herberge“ bei den Kurzfilmtagen Oberhausen sowie für denselben Film den Arte Short Film Award. Neu in der Sammlung ist auch Tracey Snelling, die mit insgesamt vier Werken vertreten ist. Die amerikanische Künstlerin baut „Situationen“, meist elektrifizierte Architekturen, mit Tonspur versehen, die sich mit gesellschaftlichen Zuständen auseinandersetzen und in der Radikalität ihrer Umsetzung kaum hinter dem portraitierten Missstand zurückstehen. Tracey Snelling arbeitet zur Zeit an Auftragswerken, unter anderem für das Baltimore Museum of Art, das Jewish Museum in San Francisco, das Crocker Art Museum in Sacramento und das Historische Museum in Frankfurt am Main. Im kommenden Jahr widmet ihr das Kunsthaus Bethanien in Berlin eine Einzelschau. Ebenfalls mit vier Werken ist erstmals Hayley Aviva Silverman vertreten, die in ihren außerordentlich spannenden Installationen auf kleinstem Raum neue Antworten auf alte Fragen gibt. Ihre Werke nehmen an zahlreichen Ausstellungen zwischen Brasilien und Finnland teil, in Österreich war sie im Salzburger Kunstverein 2016 in einer Gruppenausstellung erstmals vertreten. Mit hochglänzenden, amorphen Polyesterskulpturen gelang Thomas Rentmeister in den 1990er Jahren der internationale Durchbruch, eine davon konnte glücklicherweise der Sammlung hinzugefügt werden. Thomas Rentmeisters Werk ist weltweit in Museen und privaten Sammlungen vertreten. Darüber hinaus wurde die große Arbeit „Silhouettes“ des in Paris lebenden Amerikaners Evan Roth, in SCHAU....3 eines der Hauptwerke, fürs KUNSTHAUS : KOLLITSCH erworben und ist nun dauerhaft Teil der Sammlung. Das Mona Bismarck American Centre Paris widmet Evan Roth im Oktober die erste umfassende Einzelausstellung. Allen kunstinteressierten Besucherinnen und Besuchern ist das KUNSTHAUS : KOLLITSCH zu festen Öffnungszeiten zugänglich, der Eintritt ist frei. Private Führungen durch die Ausstellungsleiterin Magdalena Koschat sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Voranmeldung jederzeit möglich.

- Frank Falderbaum

Featured artist of the month

Nina Rike Springer
Foto: Alexander Chitsazan

Nina Rike Springer

Nina Rike Springer wurde 1976 in Klagenfurt geboren. Von 2001 bis 2007 studierte sie Fotografie bei Prof. Gabriele Rothemann am Institut für Bildende und Mediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo sie mit Auszeichnung abschloss. In den Jahren 2004 bis 2005 absolvierte sie einen Studienaufenthalt an der Bauhaus Universität Weimar. Im Jahr 2011 war sie als Lektorin an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig. Nina Rike Springer wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 2011 das Staatsstipendium für Bildende Kunst, 2013 den Kulturpreis Kärnten und den outstanding artist award 2016 des BMUKK.